
Nicht offener Realisierungswettbewerb
Anerkennung, Neubau Verwaltungsgebäude Entsorgungszentrum Heilbronn
NEUBAU VERWALTUNGSGEBÄUDE ENTSORGUNGSZENTRUM HEILBRONN
Umsetzung des „Zirkulären Bauens"Bei der Umsetzung des zirkulären Bauens setzen wir konsequent auf wiederverwendete Materialien. Die Tragkonstruktion wird aus alten Dachstühlen und Holzbalken gebildet, während die Fassaden aus unterschiedlichen, sorgfältig ausgewählten Materialien von Abbruchprojekten entstehen. Auch Dämmung, Fenster, Dacheindeckung, Türen, Dämmmaterialien und Sanitärkeramik werden systematisch wiederverwendet, und Fliesen sowie Wandbekleidungen aus Abbruchprojekten finden als neue Verkleidung ihre Funktion. Auf diese Weise erhält jeder Bauteil ein zweites Leben, und das Gebäude verkörpert die Prinzipien der Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und Flexibilität in besonders greifbarer Form. Durch die konsequente Wiederverwendung und die modulare, rückbaubare Bauweise bleibt das Gebäude langfristig anpassungsfähig und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung über seinen gesamten Lebenszyklus.Das Verwaltungsgebäude ist vollständig auf Reversibilität ausgelegt: Tragwerk, Wände und Ausbaukomponenten sind vollständig demontieren und wiederverwenden lässt. Auch alle weiteren Bauteile und Materialien sind so gewählt, dass sie in einen geschlossenen Bauteil-Kreislauf zurückgeführt werden können. Durch diese konsequente Kreislaufstrategie wird nicht nur Ressourcenschonung erreicht, sondern auch die Flexibilität für zukünftige Nutzungsänderungen gewährleistet, wodurch der Bau über seinen gesamten Lebenszyklus nachhaltig bleibt. Städtebauliche und freiräumliche Konzeption
Der Neubau ist als klarer Riegel konzipiert, der sich parallel zu den bestehenden Gebäuden des Entsorgungszentrums ausrichtet. Durch diese Setzung entsteht ein Vorplatz, der als Adresse und Ankunftsbereich dient und Besucherparkplätze sowie Fahrradstellplätze integriert. Der Haupteingang des Verwaltungsgebäudes orientiert sich präzise zur Waage am Eingang der Deponie und stärkt so die funktionale und räumliche Verbindung innerhalb der Anlage. Der Baukörper setzt damit nicht nur funktionale, sondern auch städtebauliche Akzente und stärkt die Identität des Entsorgungszentrums.Architektonische und gestalterische Konzeption
Das Gebäude überzeugt durch eine klare und verständliche Grundrissstruktur, die alle Funktionen effizient miteinander verknüpft. Das sichtbare Tragwerk in Form einer Zangenkonstruktion prägt die Architektur und macht die statische Logik unmittelbar erfahrbar. Tragende Stützen gliedern die Fassade vertikal, während das auskragende Dach eine horizontale Struktur schafft. Zwischen den Stützen entsteht eine Patchwork-Fassade aus unterschiedlichen wiederverwendeten Materialien. Die Büros werden mit gebrauchten Fenstern ausgestattet werden, die sich harmonisch in die Patchwork-Fassade einfügen.
Die großzügige, verglaste Eingangsfassade schafft Transparenz und Orientierung, öffnet das Gebäude einladend zum Vorplatz und ermöglicht einen direkten Bezug zwischen Innen- und Außenraum.
KENNDATEN
Wettbewerbsart | nicht offener RealisierungswettbewerbAuslober | Stadt Heilbronn
Platzierung | Anerkennung
BGF | 560 m²
Tagung des Preisgerichts | 2025
Team | S. Fischer, A. Zhdanova, J. Schumann, J. Beck, M. Khan
Auszug aus dem Protokoll:
"Die Arbeit ordnet sich am südlichen Rand orthogonal zum Recyclinghof auf dem Baufeld richtig ein. Durch einen angemessen großen Vorplatz, mit genug Abstand zur Einfahrtstraße hin, ist die Adressierung gut gelöst und genügend Platz, sowohl für die Passanten als auch für Besucherparkplätze. Durch den Freiraum ist eine angemessene Geste des Ankommens geschaffen.Der Eingang ist markant durch den großzügigen Rücksprung in der Fassade gekennzeichnet. Das ausreichend bemessene Foyer lässt sich um den Multifunktionsraum erweitern, was bei dem kompakten Baukörper gute Synergien schafft. Die Orientierung des öffentlichen Bereichs auch nach Norden bietet einen schönen Außenbezug.Die innere Raumfolge ist funktional aufgebaut und ermöglicht eine gute Orientierung. Ein separater Eingang für den Arbeiterbereich liegt an der richtigen Stelle und ist ausreichend groß gestaltet, allerdings nicht barrierefrei konzipiert. Die Funktionalität der schwarz-weiß-Bereiche ist allerdings nicht hinreichend aufgezeichnet und wäre zu überprüfen.Die einfache Holzskelettkonstruktion lässt eine wirtschaftliche Bauweise erwarten. Ein enges Raster ermöglicht den Einsatz von Re-Use-Bauteilen in vielfältigen Formaten. Insbesondere die Fassadenelemente sind in Tafelbauweise so konzipiert, dass die Bekleidung eine hohe Variabilität zulassen dürfte.Die VerfasserInnen haben ein wohltuend einfaches Gebäude entwickelt, das gut organisiert und einfach konstruiert ist. Die doch etwas reduzierte Darstellung lässt aber Fragen offen. Inwieweit der Entwurf eines nachhaltigen Gebäudes zu Ende gedacht ist, und inwieweit das Gebäude dem repräsentativen und Beispielhaften Anspruch Rechnung trägt, wird im Preisgericht kritisch diskutiert."
"Die Arbeit ordnet sich am südlichen Rand orthogonal zum Recyclinghof auf dem Baufeld richtig ein. Durch einen angemessen großen Vorplatz, mit genug Abstand zur Einfahrtstraße hin, ist die Adressierung gut gelöst und genügend Platz, sowohl für die Passanten als auch für Besucherparkplätze. Durch den Freiraum ist eine angemessene Geste des Ankommens geschaffen.Der Eingang ist markant durch den großzügigen Rücksprung in der Fassade gekennzeichnet. Das ausreichend bemessene Foyer lässt sich um den Multifunktionsraum erweitern, was bei dem kompakten Baukörper gute Synergien schafft. Die Orientierung des öffentlichen Bereichs auch nach Norden bietet einen schönen Außenbezug.Die innere Raumfolge ist funktional aufgebaut und ermöglicht eine gute Orientierung. Ein separater Eingang für den Arbeiterbereich liegt an der richtigen Stelle und ist ausreichend groß gestaltet, allerdings nicht barrierefrei konzipiert. Die Funktionalität der schwarz-weiß-Bereiche ist allerdings nicht hinreichend aufgezeichnet und wäre zu überprüfen.Die einfache Holzskelettkonstruktion lässt eine wirtschaftliche Bauweise erwarten. Ein enges Raster ermöglicht den Einsatz von Re-Use-Bauteilen in vielfältigen Formaten. Insbesondere die Fassadenelemente sind in Tafelbauweise so konzipiert, dass die Bekleidung eine hohe Variabilität zulassen dürfte.Die VerfasserInnen haben ein wohltuend einfaches Gebäude entwickelt, das gut organisiert und einfach konstruiert ist. Die doch etwas reduzierte Darstellung lässt aber Fragen offen. Inwieweit der Entwurf eines nachhaltigen Gebäudes zu Ende gedacht ist, und inwieweit das Gebäude dem repräsentativen und Beispielhaften Anspruch Rechnung trägt, wird im Preisgericht kritisch diskutiert."
Erschließungskonzept und Funktionalität
Ein zentrales Foyer bildet das Herzstück der Erschließung und dient als Verteiler für alle Gebäudenutzungen. Deponiemitarbeiter gelangen von hier direkt zu den Umkleiden und Sanitärräumen, um ihren Arbeitstag effizient zu beginnen. Die Verwaltungsmitarbeiter erreichen über dasselbe Foyer ihre Büros, während der Multifunktionsraum als verlängerter, offener Bereich des Empfangsbereich Orientierung bietet und eine einfache Zugänglichkeit für Veranstaltungsbesucher gewährleistet.Konstruktion und Materialien
Das Gebäude basiert auf einer klaren, reversiblen Konstruktion, die ausschließlich mit lösbaren Schraubverbindungen ausgeführt ist. Es ist aufgeständert und ruht nur auf Einzelfundamenten, wodurch minimal in den Boden eingegriffen wird und gleichzeitig die Entweichung von Bodengasen gewährleistet ist. Die Bodenplatte besteht aus Holzbalken in einer Zangenkonstruktion. Das Dach ist als klassisches Satteldach mit Auskragung ausgebildet. Durch die sichtbare Tragstruktur, die modulare Bauweise und die konsequente Reversibilität werden Funktion, Ausdruck und nachhaltige Nutzung in einem klaren architektonischen Konzept vereint.Das Gebäude setzt konsequent auf nachhaltige und zirkuläre Materialien. Tragwerk, Fassaden und Ausbaukomponenten bestehen aus recycelten und wiederverwendeten Materialien aus Abbruchprojekten. Für die Dämmung wird zellulosebasiertes Material eingesetzt, das umweltfreundlich, rückbaubar und wiederverwertbar ist.Wirtschaftlichkeit, Bauökonomie und Betrieb
Das Gebäude überzeugt durch einen hohen Vorfertigungsgrad und eine modulare Bauweise, die einen schnellen und effizienten Bauablauf ermöglichen. Die reversible Konstruktion aus wiederverwendeten Materialien reduziert nicht nur Baukosten, sondern sichert auch Flexibilität für zukünftige Anpassungen. Geringe Betriebskosten werden durch die energieeffiziente, gut gedämmte Gebäudehülle und die eigene Stromerzeugung unterstützt, wodurch ein wirtschaftliches und nachhaltiges Gesamtkonzept über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet ist.
Ein zentrales Foyer bildet das Herzstück der Erschließung und dient als Verteiler für alle Gebäudenutzungen. Deponiemitarbeiter gelangen von hier direkt zu den Umkleiden und Sanitärräumen, um ihren Arbeitstag effizient zu beginnen. Die Verwaltungsmitarbeiter erreichen über dasselbe Foyer ihre Büros, während der Multifunktionsraum als verlängerter, offener Bereich des Empfangsbereich Orientierung bietet und eine einfache Zugänglichkeit für Veranstaltungsbesucher gewährleistet.Konstruktion und Materialien
Das Gebäude basiert auf einer klaren, reversiblen Konstruktion, die ausschließlich mit lösbaren Schraubverbindungen ausgeführt ist. Es ist aufgeständert und ruht nur auf Einzelfundamenten, wodurch minimal in den Boden eingegriffen wird und gleichzeitig die Entweichung von Bodengasen gewährleistet ist. Die Bodenplatte besteht aus Holzbalken in einer Zangenkonstruktion. Das Dach ist als klassisches Satteldach mit Auskragung ausgebildet. Durch die sichtbare Tragstruktur, die modulare Bauweise und die konsequente Reversibilität werden Funktion, Ausdruck und nachhaltige Nutzung in einem klaren architektonischen Konzept vereint.Das Gebäude setzt konsequent auf nachhaltige und zirkuläre Materialien. Tragwerk, Fassaden und Ausbaukomponenten bestehen aus recycelten und wiederverwendeten Materialien aus Abbruchprojekten. Für die Dämmung wird zellulosebasiertes Material eingesetzt, das umweltfreundlich, rückbaubar und wiederverwertbar ist.Wirtschaftlichkeit, Bauökonomie und Betrieb
Das Gebäude überzeugt durch einen hohen Vorfertigungsgrad und eine modulare Bauweise, die einen schnellen und effizienten Bauablauf ermöglichen. Die reversible Konstruktion aus wiederverwendeten Materialien reduziert nicht nur Baukosten, sondern sichert auch Flexibilität für zukünftige Anpassungen. Geringe Betriebskosten werden durch die energieeffiziente, gut gedämmte Gebäudehülle und die eigene Stromerzeugung unterstützt, wodurch ein wirtschaftliches und nachhaltiges Gesamtkonzept über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet ist.



