
2. Preis, Erweiterung Leimbachtalschule in der Gemeinde Dielheim
ERWEITERUNG LEIMBACHTALSCHULE IN DER GEMEINDE DIELHEIM
Die Erweiterung der Leimbachtalschule setzt auf einen sensiblen Umgang mit dem Bestand und nutzt den vorhandenen Fußabdruck des bestehenden Schwimmbads als Grundlage für die bauliche Entwicklung. Durch die Aufstockung entsteht ein klar ablesbarer neuer Baustein, der das Schulareal ergänzt und einen identitätsstiftenden Auftakt für den Standort bildet, ohne die bestehende Organisation des Geländes zu verändern. Die Erschließung der Schule bleibt weiterhin über die bestehende Feuerwehrzufahrt erhalten und gewährleistet eine funktionierende und vertraute Zugangssituation. Die bauliche Erweiterung wird als leichter Holzskelettbau auf die vorhandene Tragstruktur gesetzt. Diese Konstruktion minimiert zusätzliche Lasten und ermöglicht einen ressourcenschonenden Umgang mit der bestehenden Bausubstanz, sodass auf eine zusätzliche Gründung verzichtet werden kann. Gleichzeitig entstehen moderne, flexible Lernräume, deren Realisierung die Nutzung des Bestands während der Bauphase weitgehend ungestört lässt.KENNDATEN
Wettbewerbsart | nicht offener PlanungswettbewerbAuslober | Gemeinde Dielheim
Platzierung | 2. Preis
BGF | 1.930 m²
Tagung des Preisgerichts | 2025
Team | S.Fischer, M. Caferoglu, J. Schumann, A. Zhdanova, L. Klinkhammer
Gestalterisch prägt eine zeitgemäße Holzfassade mit großzügigen Fensteröffnungen die Aufstockung und macht die Struktur des Tragwerks nach außen sichtbar. Im Sockelgeschoss sorgt eine vorgehängte Keramikfassade für eine langlebige, robuste und zugleich hochwertige Fassadenlösung, die sich ohne größere Eingriffe an den Bestand montieren lässt. Im Fensterbereich dient sie zusätzlich als Sichtschutz, der die Privatsphäre der Kinder schützt, ohne den natürlichen Lichteinfall zu beeinträchtigen. Die Farbgestaltung in abgestuften Blau- und Grüntönen nimmt Bezug auf die Nutzung des Kellergeschosses als Schwimmbad und schafft eine gestalterische Verbindung zwischen Gebäudehülle und Funktion.Im Inneren bildet ein zentral angeordnetes Treppenhaus das räumliche Herz des Gebäudes und verbindet alle Geschosse auf kurzen Wegen miteinander. Es fungiert zugleich als Kommunikations- und Orientierungsraum in kindgerechten Maßstäben. Helle, großzügige und lichtdurchflutete Unterrichtsräume sowie der Einsatz natürlicher und langlebiger Materialien – wie Linoleumböden, sichtbare Holzbalkendecken und akustisch wirksame Deckenpaneele – schaffen eine warme, freundliche Atmosphäre und unterstützen eine zeitgemäße Lernumgebung.

